Windelfrei mit Windeln!

Windelfrei mit Windeln? Wie das geht?  Mein Erfahrungsbericht

 

 

 

Von Milchwolke Olga Heine

 

 

 

Das erste Mal von Windelfrei bzw. vom Abhalten hörte ich von meiner Freundin Kathrin, die es mit ihrer ersten Tochter praktizierte. Unsere beiden Töchter waren damals (2014) wenige Monate alt. Ich fand es sehr interessant, jedoch verfolgten mein Mann und ich es nicht wirklich weiter.

 

 

 

Als dann meine zweite Tochter (2016) geboren wurde, war sie anfangs öfters unruhig. Mit knapp 6 Wochen begann sie beim Stillen immer an- und abzudocken. Sie weinte und krümmte sich. Ich kam nicht dahinter was sie hatte. Tragen, Stillen, wieder Tragen, nichts half. In meiner Onlinecommunity bei Facebook sagten mir unabhängig voneinander mehrere Bekannte, ich solle sie mal abhalten. Ich dachte mir ehrlich, die spinnen doch. „Lasst mich mit eurem Abhalten doch in Ruhe“, dachte ich mir. Naja, die Tage vergingen und es wurde nicht besser. Nachdem ich es immer wieder hörte, wollte ich wissen was genau hinter diesem Windelfrei aka. Abhalten genau steckt. Ich guckte auf einer bekannten Seite zum Thema „Abhalten“ und fand es sehr schlüssig was dastand. Kurz zusammengefasst hieß es, dass Babys sich von Geburt an nicht selbst beschmutzen möchten und ihre Ausscheidungen nicht dort verrichten möchten, wo sie gerade liegen. Da ich als Stillberaterin nun weiß, dass wenn oben Milch reinkommt, es auch unten ganz schnell wieder raus möchte, klang es für mich logisch, warum meine Tochter nun beim Stillen immer so ein Theater machte.

 

 

 

OK, ok ein Versuch ist es wert. Ich nahm nun eine alte pinke Salatschüssel und wappnete mich dem Versuch. Klein L. war nun 9 Wochen alt und als ich sie stillte ging es direkt wieder los. An- und abdocken, hin- und herbewegen, sich krümmen und weinen. Ich packte meine Brust wieder ein und kramte die Schüssel hervor. Da saß ich nun mit der knallpinken Schüssel zwischen meinen Beinen auf dem Sofa im Wohnzimmer und hielt den blanken Po meiner Tochter darüber. Ich kam mir ziemlich blöd vor, aber ich wurde schnell überrascht. Denn kaum hielt ich sie darüber, ihren Rücken an meine Brust, die Beinchen angewinkelt, so donnerte sie los. Eine schöne sämigweiche, ockergelbe Ladung stieg mit seinem Quarkduft in meine Nase. Und das Kind war still. Damit habe ich jetzt wirklich nicht gerechnet. Nachdem ich die Maus reinigte, die Schüssel auswusch und sie noch mal zum Stillen ansetzte, trank sie ohne Gemecker und Gezeter friedlich an der Brust.

 

 

 

DAS WARS? So einfach ist das? Ja irgendwie schon. Sie trug immer noch ihre Stoffwindeln und wurde ab und zu fürs große Geschäft abgehalten. Zuerst hielt ich sie nur beim Stillen ab, wenn ich merkte sie wird unruhig, später merkte ich ihre Unruhe auch beim Tragen. Sie machte von da an nur noch ins „Töpfchen“. Ich merkte, dass sie sogar einhielt, bis ich soweit war sie abzuhalten. Total faszinierend. Ich war natürlich motiviert sie auch beim kleinen Geschäft abzuhalten, aber das gelang mir nicht so recht. Auch waren unsere Nächte so anstrengend, dass ich sie nachts nicht abhielt. Ich legte L. auf eine Decke, sie durfte nackt strampeln, ich beobachtete sie ganz genau, aber irgendwie kam ich nicht dahinter wie sie mir Pipi machen signalisiert. Aber das war für uns ok. Sie war zufrieden, also war ich es auch. So betrieben wir unser „windelfrei“ mit den Stoffwindeln. Klein ging in die Windeln und Groß in die Schüssel.

 

Nur einmal während des DELFI Kurses, als wir die Kinder für ein Singsang getragen haben, zogen die anderen Mütter den Kindern die Windeln an, um nicht vollgepinkelt zu werden. Außer ich. Sie fragten, ob ich keine Angst hätte nass zu werden und ich sagte einfach: „Nein, meine Tochter pinkelt mich nicht an“. Als sie dann anfing zu zappeln, dachte ich mir, dass sie mal muss und hielt sie ab. Und tatsächlich musste sie pinkeln. Da war ich aber stolz auf uns. Leider war das eine Ausnahme.

 

Sie war später mit 20 Monaten tagsüber trocken und mit 2,5 Jahren auch verlässlich nachts (davor wollte sie schon öfters keine Windeln mehr anziehen, aber es gab noch einige Unfälle).