Schmerzen beim Stillen

 

 

Kennst du den Spruch: „Ach bei mir hat das Stillen auch wehgetan, da musst du durch“?

 

 

 

So oder so ähnlich hören es leider viele frisch gebackene Mütter von Freunden/ Verwandten ja sogar vom medizinischen Fachpersonal. Mal abgesehen davon, dass dir damit dein Leid abgesprochen wird, du nicht ernst genommen wirst, stimmt diese Aussage überhaupt nicht.

 

 

 

STILLEN DARF NICHT WEH TUN!

 

 

Doch du kennst viele Mütter, die Schmerzen beim Stillen hatten und später nicht mehr? Wie kann das also sein?

 

 

Stell dir vor in der Tierwelt, würden die Mütter solche Leiden über sich ergehen lassen. Das geht gar nicht, denn Tiere würden dann einfach gar nicht stillen und ihre Babys sterben lassen. Wir Menschen sind da Gott sei Dank anders gestrickt. Wir beissen uns durch und lassen so einiges zum Wohle unserer Kinder über uns ergehen. Völlig unnötigerweise muss ich leider sagen.

 

Man könnte sich auch fachliche Hilfe suchen. Dabei meine ich zwangsläufig nicht den/die Kinderarzt/-ärztin, sondern deine Hebamme, die sich zum Thema Stillen gut fortbilden lässt oder eine gut ausgebildete Stillberaterin.

 

 

 

Schmerzen beim Stillen zeigen dir eindeutig, dass was nicht stimmt. Irgendetwas ist hier nicht ganz richtig. Aber was? Dafür benötigst du dann vielleicht Hilfe von außerhalb, denn manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Auch wir Stillberaterinnen sind nicht davor geschützt Schmerzen beim Stillen oder Stillprobleme zu haben. Mich kontaktieren immer wieder Kolleginnen, wenn sie wieder ein Kind geboren haben und Probleme auftreten. Getreu dem Motto, ein Arzt operiert sich auch nicht selber, oder?

 

 

 

Aber wieso haben denn nun so viele Frauen Schmerzen beim Stillen?

 

 

 

Es gibt viele Gründe, warum du Schmerzen/ wunde Brustwarzen hast oder hattest. Viele dieser Gründe sind individuell:

 

·       Falsches Saugen des Babys

 

·       Zu viel Milch

 

·       Milchgangssoor

 

·       Vasospasmen

 

·       Bakterielle Infektion

 

·       Hohlwarzen/ Schlupfwarzen

 

·       Verspannungen im Brustbereich

 

·       Hypersensible Brustwarzen

 

·       Dauernuckeln

 

·       Kurzes Zungen- und/ oder Lippenband (siehe falsches Saugen) oder Verspannungen

 

 

 

Um hier nur einige zu nennen, kann es noch mehr Gründe geben.

 

Wenn dein Baby falsch an der Brust saugt, weil es den Mund nicht weit genug öffnet, wird nicht genug Brustgewebe eingesaugt, so dass die Brustwarze auf den harten Gaumen im Mund des Babys trifft und so wund wird. Eine Verspannung im Kiefer oder eine Verschiebung der Halswirbel können ebenso zu einem falschen Saugmuster führen. Ebenso verkürzte Zungen-/und oder Lippenbänder.

 

 

Ist dein Kind den Schnuller oder die Flasche gewöhnt, kann das selbe Saugmuster der Flasche/Schnuller an der Brust weh tun. Das Saugen an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich enorm von dem Saugen an der Brust. Du kannst es vergleichen mit dem Saugen am Strohhalm und an dem Finger vergleichen. Beides ist saugen aber irgendwie doch anders.  

 

Wenn die Brüste übervoll sind, weil das Baby evtl. zu lange geschlafen hat oder die Brüste beim Milcheinschuss super prall sind, dann kann die Brustwarze nicht korrekt vom Baby eingesaugt werden. Dadurch können ebenso Schmerzen entstehen.

 

 

 

Infektionen wie Soor oder durch Bakterien können die Brustwarzen schädigen und Schmerzen hervorrufen. Sowas zu erkennen ist nicht leicht und gehört ärztlich abgeklärt. Vasospasmen sind krampfartige Gefäßverengungen und können nach einer Schwangerschaft durch Magnesiummangel auftreten. Dies führt dazu, dass die Brustwarzen kurzzeitig blutarm (weiß) werden und dadurch stechende Schmerzen entstehen.

 

 

 

Wenn du Schlupf- oder Hohlwarzen hast, kann das Ansaugen des Babys auch anfangs etwas schmerzhaft sein. Die Milchkanäle sind dann verkürzt und werden durch das Saugen gedehnt. Eine Stillvorbereitung kann hier sehr sinnvoll sein.

 

 

 

Auch können Verspannungen bei dir im Nacken-, Schulter- oder Brustbereich zu Schmerzen beim Stillen führen. Massagen, Dehnungen und Osteopathie können dann schnelle Abhilfe schaffen. Achte darauf, dass du beim Stillen immer bequem sitzt und dich nicht verrenkst. Du musst vielleicht lange in dieser Position ausharren.

 

 

 

Manche Frauen haben nach der Geburt supersensible Brustwarzen. Das wird durch die Hormonumstellung begünstigt. Wenn das so ist, dann schmerzen schon Klamotten oder der Wasserstrahl beim Duschen. Wenn man sich beim Stillen dann noch aus Angst vor Schmerzen verspannt, kann es auch sein, dass das Stillen erst recht weh tut. Das sollte wenn möglich nicht natürlich der Fall sein. Achte auf eine gute Pflege, schone deine Brustwarzen mit einem Brustwarzendonut und lass sie atmen (ohne BH rumlaufen).

 

Wenn dein Baby zum Dauernuckeln neigt und die Burstwarzen gefühlt 24h keine Pause bekommen, kann man sich gut vorstellen, dass die Brustwarzen dann irgendwann streiken.

 

 

 

Egal aus welchen Gründen du Schmerzen beim Stillen hast, bitte halte es nicht einfach aus, sondern hol dir kompetente Hilfe.

 

 

Hast du noch Fragen?

 

Schreib mir gerne eine Mail an Heine@milchwolke.de oder nutze das Kontaktformular.